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"Dortmund ist sehr eng verbunden mit St. Reinoldi"

Pfarrer Michael Küstermann berichtet in diesem Interview über den Fortschritt der Initiative "rettet reinoldi" von der Planungsphase bis zum Endspurt der Restaurierung.

Sie als Stadtpfarrer treffen auf unterschiedlichste Gesprächspartner: Welche Bedeutung hat die Reinoldikirche für die Menschen in der Stadt?

Für die Dortmunder Bürgerinnen und Bürger hat St. Reinoldi eine große Bedeutung. Häufig sind sie durch besondere Ereignisse wie eine Taufe oder Trauung sehr eng mit der Kirche verbunden und besuchen sie immer wieder, selbst wenn sie weggezogen sind. Für viele Menschen ist die Reinoldikirche aber auch wichtig, weil man hier zur Ruhe kommen kann. Die Kirche bietet eine völlig andere Atmosphäre als die Geschäftigkeit und die Geräuschkulisse außerhalb ihrer Mauern. St. Reinoldi ist ein guter Ort, um zu sich zu finden.


Die Identifikation der Dortmunder Bürger mit St. Reinoldi ist groß: Schon nach dem Zweiten Weltkrieg haben sie den Wiederaufbau der Kirche unterstützt. Warum glauben Sie ist das so?

Nach der Zerstörung der Kirche im Zweiten Weltkrieg konnte St. Reinoldi nur wieder aufgebaut werden, weil die Bürger das wollten – die Kirche war sogar eines der ersten wieder instandgesetzten Bauwerke. Die Menschen sammelten Geld über eine Tombola. Man hatte ganz einfach das Gefühl, dass Dortmund – ohne Reinoldi im Mittelpunkt – etwas Fundamentales seiner Identität fehlen würde. Das galt auch für das Leben der Menschen selbst. Die Dortmunder waren stolz auf ihre Kirche und das ist noch heute so: Sie bringen Gäste her, um zu zeigen, dass es einen Ort gibt, der schon über Jahrhunderte mit ihrer Geschichte verbunden ist. Altarwerk, Chorgestühl und Adlerpult zum Beispiel erzählen von der glorreichen Hansezeit. Alle Inventarstücke in dieser Kirche zeugen vom Stolz dieser Stadt.


Was bedeutet Ihnen das Projekt „rettet reinoldi“ persönlich?

Auch ich bin stolz dazu beizutragen, dass diese Kirche jetzt – als Aufgabe unserer Generation – wieder vollständig restauriert wird. Das ist zwar viel Arbeit, aber es ist auch eine Ehre.


Was haben Sie direkt nach Feststellung und Sondierung der Schäden gefühlt? Vor allem als klar wurde, dass das Projekt kostspielig sein und lange dauern wird?

Für mich war es sehr wichtig, einen möglichst realistischen Einblick darüber zu bekommen, was wirklich restauriert werden muss und wie hoch die Kosten sind. Nichts wäre schlimmer gewesen als ein Verdrängungsprozess, bei dem man scheibchenweise über Jahre hinweg Schäden sichtet und in kleinen Teilabschnitten renoviert. Die Gesamtkosten wurden zu Beginn auf circa drei Millionen Euro veranschlagt. Die Zahl hat mich zunächst beeindruckt, aber nicht erschreckt, denn ich hatte großes Vertrauen in die Bereitschaft der Dortmunder Bürgerinnen und Bürger, den Erhalt dieses Bauwerks zu unterstützen.

In die Restaurierung des Turms hat der Kirchenkreis selbst 800.000 Euro investiert. Im Laufe der Jahre sind für die weiteren Arbeiten durch öffentliche Förderung sowie Spenden zusätzlich über eine Million Euro zusammengekommen. Dafür bin ich sehr dankbar. Da im Bauprozess unvorhergesehene Schäden entdeckt wurden, hat auch der Kirchenkreis selbst noch mehr investiert.


Wer hat Sie konkret bei diesem Projekt unterstützt?

Neben dem Baureferat der Evangelischen Kirche von Westfalen haben die Denkmalbehörden aus Dortmund und Münster mit ihrer Fachkompetenz dazu beigetragen, die Qualität der Restaurierung zu sichern. Finanziell haben uns viele Institutionen erheblich unterstützt, wie beispielsweise die Sparkasse Dortmund und die Reinoldigilde. Wesentlich zum Erfolg beigetragen hat auch, dass einige Agenturen kostenlos unser Marketing übernommen haben: Durch die regelmäßige Publikation von Zwischenständen auf Flyern und Newslettern konnten die Menschen Anteil an dem Projekt und seinen Fortschritten nehmen. Außerdem gab es viele Firmen und Einzelpersonen, die uns mit regelmäßigen Spenden geholfen haben, nicht mutlos zu werden. Das ist insgesamt eine tolle Bestätigung für unsere Arbeit.

 

Seit wann genau läuft „rettet reinoldi“?

Die Arbeiten haben im März 2008 mit der Fassadensanierung des Turms begonnen. Dabei wurden alle Fugen erneuert. Wenn man die Kirche anschaut, kann man sich vorstellen, dass diese Arbeiten nicht von heute auf morgen erledigt wurden. Im Winter 2013 haben wir dann das gesamte Mittelschiff und Teile des Chors plus Sakristei restauriert. Im Zuge dessen wurde auch eins der großen Chorhaus-Fenster erneuert.

 

Welche Aufgaben gilt es noch zu erledigen?

Aktuell fehlen noch die letzten vier der wunderschönen Fenster im Chor mit dem Mauerwerk um sie herum sowie dem Chorhausdach. 2018 folgt das Dach des Haupt- und Querschiffs inklusive der Obergaden, also der kleinen Fenster, und der angrenzenden Mauerflächen.


 Welche Gewerke waren bisher beteiligt?

Zwei Firmen haben den größten Teil gestemmt: Das war zum einen die Megalith Bauhammer GmbH, die sämtliche Arbeiten am Mauerwerk erledigt hat und zum anderen die Glasmalerei Peters, die sich um die Fenster kümmert.

 

 Bei solch großen Projekten ist es eigentlich selbstverständlich, dass neue, vorher nicht auszumachende Herausforderungen hinzukommen. Welches war die größte für „rettet reinoldi“?

Gleich zu Beginn, als der Turm eingerüstet war, haben wir festgestellt, dass eine Reihe von Steinen komplett ausgetauscht werden musste. Wie viele das waren, sieht man heute deutlich am Westportal der Kirche. Dadurch sind Mehrkosten in Höhe von etwa 100.000 Euro entstanden. Damit konnten wir nicht rechnen. Zusätzlich ist während des Projektes aufgefallen, dass die Fenster in den Obergaden neue Sicherungen benötigen. Das war jedoch im Gegensatz zu den Steinen ein geringerer zusätzlicher Aufwand.

 

Wann wird Ihrer Schätzung nach die Sanierung abgeschlossen sein?

Wir planen, „rettet reinoldi“ im Jahr 2018 zu beenden.


Wie fühlt sich die Gewissheit an, dass nun bereits ein großer Teil der Schäden behoben ist und das Projekt in den Endspurt geht?

Das was jetzt noch fehlt, ist gegenüber dem Gesamtvolumen relativ überschaubar. Wir haben viele Herausforderungen gemeistert: Die Sanierung wurde die ganze Zeit parallel zum laufenden Betrieb gestemmt. Das war mitunter sehr anstrengend und hat sicherlich auch länger gedauert, als wenn wir die Kirche geschlossen hätten. Das stand allerdings nie zur Debatte und ich bin froh, dass wir so keine Besucherinnen und Besucher verloren haben. Allerdings wurde die Durchführung einiger unserer eigenen Veranstaltungen erschwert, weil die Zeitplanungen sich mitunter gegenseitig behindert haben. Nicht zuletzt mussten wir unsere Nachbarn mit Baulärm und Staub nerven, obwohl wir alles daran gesetzt haben, um die Beeinträchtigungen im Rahmen zu halten. Für die Geduld der Menschen in unserem Umfeld kann ich mich nur bedanken. Es ist schön, das Licht am Ende des Tunnels zu sehen und zu wissen, dass die Restaurierung unserer Stadtkirche nun bald vollendet ist.


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